
Station

In der Rohmehlmahlanlage wird der zuvor im Brecher vorzerkleinerte Kalksteinmergel in einer Tandem‑Mahlanlage zu feinem Rohmehl vermahlen. Die Anlage besteht aus einer Kombination aus Hammermühle und Kugelmühle, wodurch eine effiziente Vorzerkleinerung und anschließende Feinmahlung sichergestellt wird. Die Trennung der Partikelgrößen in Grob- und Fertiggut erfolgt in einem statischen Sichter.
Für die Trocknung des Materials sowie für den Transport innerhalb der Anlage wird das heiße Abgas aus dem Drehofen genutzt. Durch diese direkte Nutzung der Abwärme wird die im Prozess enthaltene Energie besonders effizient eingesetzt und der Gesamtenergieverbrauch der Anlage deutlich reduziert.
Der erzeugte Rohmehlstaub wird anschließend in Elektro- und Gewebefilter vom Gasstrom abgeschieden. Über Becherwerke und Luftförderrinnen gelangt das Rohmehl in Vorratssilos, wo es zwischengelagert und für die weitere Verarbeitung bereitgestellt wird.

Über eine Rotordosierwaage wird das Rohmehl dem Wärmetauscherturm aufgegeben. Dort durchläuft es im Gegenstromverfahren fünf Zyklonstufen sowie den Calcinator und wird dabei auf etwa 880 °C aufgeheizt. Der Calcinator dient in diesem Prozess als Brennkammer für die eingesetzten Brennstoffe.
Das vorgewärmte Rohmehl gelangt anschließend in den Drehofen. Durch die Rotation des um etwa 3,5° geneigten Drehrohrs wird das Material kontinuierlich zum Hauptbrenner transportiert. In diesem Bereich erreicht das Rohmehl Temperaturen von bis zu 1.450 °C und sintert zu Zementklinker, wodurch die charakteristischen Eigenschaften des späteren Zements entstehen.
Der glühend heiße Zementklinker fällt im Anschluss in den Schubrostkühler. Dieser besteht aus feststehenden und beweglichen Rostplatten, die den Klinker durch eine rhythmische Vor- und Rückwärtsbewegung schrittweise fördern. Gleichzeitig wird von unten Kühlluft durch die luftdurchlässigen Platten eingeblasen, wodurch der Klinker auf etwa 160 °C abgekühlt wird.
Nach der Kühlung wird der Klinker über Stahlzellenbänder in Silos transportiert. Dort wird er zwischengelagert und für die anschließende Herstellung von Zement bereitgehalten.
Baujahr
1980
Rohmehlproduktion
210 t/h
Antriebsleistung
2.700 KW
Filterfläche
15.000 m²
Spannung
bis 60.000 V
Rohmehllagerung
14.000 t
Baujahr / Umbau
1980 / 2008 / 2020
Klinkerproduktion
bis 2.850 t/d
Drehofen
4 x 40 m
Brennstoffe
20 % BKS 60 % SBS
Klinkerkühler/Luftmenge
250.000 m³/h
Klinkersilo
50.000 t
Unsere Drehofenanlage wird kontinuierlich modernisiert und stets auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. Dadurch können sowohl die Energieeffizienz als auch die Umweltverträglichkeit der Anlage nachhaltig verbessert werden.
Durch den Einsatz von Elektro- und moderner Gewebefilter werden Staubemissionen wesentlich reduziert. Zusätzlich wird durch die Eindüsung von Ammoniakwasser – vergleichbar mit dem AdBlue‑Verfahren – der Ausstoß von Stickoxiden aus dem Brennprozess wirksam gemindert.
Ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz wird durch den Einsatz sekundärer Brennstoffe sowie von Brennstoffen mit hohem biogenem Anteil geleistet. Dadurch können jährlich ca. 77.000 t CO₂ eingespart werden.
Durch die weitere Steigerung der Ersatzbrennstoffquote sowie den verstärkten Einsatz von Rohmehlersatzstoffen werden die CO₂‑Emissionen auch zukünftig konsequent weiter reduziert.