Station: Steinbruch

Rohstofflager und artenreiches Biotop

Die Kalkmergelvorkommen in Erwitte entstanden vor über 100 Mio. Jahren zur Zeit der Dinosaurier – der Kreidezeit. Damals befand sich an dieser Stelle ein großes Meer. Im Laufe der Jahrtausende bildeten sich am Meeresboden mächtige Schichten aus den Schalen und Skeletten der im Meer lebenden Organismen.

Diese wurden im Laufe der Zeit unter hohem Druck zusammengepresst – so entstand der Kalkstein. Durch Verschiebungen der Erdkruste gelangte der Kalkstein schließlich an die Erdoberfläche und das Meer verschwand. Heutzutage ist Kalk ein begehrter Rohstoff, der in vielen Lebensbereichen gebraucht wird. Dafür muss der Kalkstein zuerst gewonnen werden – dies ist in Erwitte gut möglich, da er direkt unter der Erdoberfläche liegt.

Gleichzeitig hat der Rohstoff in Erwitte die ideale Zusammensetzung für die Zementherstellung. Abgebaut wird der Kalkstein bei Spenner Zement heutzutage in Steinbrüchen, die ca. 2 km östlich vom Werksgelände liegen. Dort wird der Kalkstein mit erschütterungsarmer Sprengtechnik im Trockenabbau gewonnen. Der gelöste Stein wird auf LKWs verladen und ins Werk zum Brecher transportiert.

Steinbruch Brilon

Der Steinbruch Brilon liegt ca. 40 km entfernt von Erwitte und befindet sich süd-östlich der Stadt Brilon. Hier wird der Kalkstein für unsere Branntkalk-Produkte gewonnen. 2019 wurde in eine neue Brech- und Siebanlage investiert, die eine höhere Energie- und Rohstoffeffizienz aufweist. Das bedeutet, dass wir unsere Ressource Kalkstein effizienter nutzen können, da bei dem Verarbeitungsprozess ein geringerer Ausschuss anfällt. Zusätzlich ist die Anlage durch das integrierte Energiekonzept effizienter als die vorherige treibstoffbetriebene Anlage, sodass ca. 100.000 Liter Treibstoff eingespart werden können. Der benötigte Strom wird seit August 2021 direkt vor Ort produziert und verwendet. Hierzu installierten wir eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 750 kWp. Der nach Süden geneigte Hang der begrünten Halde eignet sich perfekt als Produktionsstandort der erneuerbaren Energie. Auf einer Fläche von rund 8.000 m² sind 120 – 150 m lange Photovoltaik-Modultische installiert. 2025 wurden damit mehr als 780.000 kWh Sonnenenergie gewonnen. Das entspricht dem Stromverbrauch von über 300 Zwei-Personen-Haushalten. Der Stromverbrauch der neuen Brech- und Siebanlage im Steinbruch beträgt durchschnittlich 510.000 kWh pro Jahr. Strom, der nicht von uns verbraucht wird, kann in das Stromnetz eingespeist und von anderen Stromverbrauchern genutzt werden. Die Rohsteinversorgung für die Branntkalk-Herstellung spielt dabei eine dominierende Rolle.

Neben hochtechnisierten Produktionsanlagen sind Umweltaspekte und Energieversorgung große Einflussfaktoren.

Steinbruch-Größe:
ca. 100 ha

Mitarbeiter:
10-12
2-schichtig

Baumaschinen:
Bohrgerät, Kettenbagger 80t, Radlader 6 m³, 2 x Muldenkipper 80 t, mehrere Rückverladungs-Radlader 4,5 m³, Teleskop-Stapler, Minibagger etc.

Unser Beitrag zum Umweltschutz

Für unseren Steinbruch in Brilon wurde eine elektrifizierte Brech- und Siebanlage installiert, die mit eigenem vor Ort produziertem Strom seit August 2021 betrieben wird. Durch die Elektrifizierung der Brech- und Siebanlage können 100.000 Liter Diesel pro Jahr eingespart werden.